Wir sind DGL

Hinter dem Projekt „Gelbes Haus“ steht die Gruppe „Das ganze Leben“ (DGL). Wir sind Menschen unterschiedlichen Alters und mit sehr verschiedenen beruflichen Erfahrungen. Einige von uns leben bereits im Zukunftsdorf Waldhof, andere kommen von außerhalb. Uns verbindet eine gemeinsame Vision:

Wir wollen ein gutes, verbundenes und sinnvolles Leben in allen Lebensphasen ermöglichen, für uns und für zukünftige Generationen.

Dabei beschäftigt uns eine Frage, die weit über den Waldhof hinausgeht:Was geschieht, wenn unsere Generation den Ruhestand nicht vor allem als Rückzug versteht, sondern als eine weitere gesellschaftliche Phase? Als eine Zeit, in der Erfahrung, Wissen, Netzwerke und Gestaltungskraft weiterhin gebraucht werden und in der zugleich Raum für ein anderes Leben entsteht?

Wir wollen Verantwortung, Freude und Fürsorge miteinander teilen, selbstbestimmt leben und in Würde älter werden. Dabei denken wir das Leben nicht vom Alter her, sondern als Ganzes. Menschen brauchen andere Menschen, wenn ein Leben beginnt und wenn es endet, in Zeiten von Gesundheit ebenso wie bei Krankheit, wenn wir selbstständig unseren Weg gehen und wenn wir Unterstützung brauchen.

Gemeinschaft verstehen wir als gegenseitiges Geschenk: Jeder Mensch bringt etwas ein und jeder Mensch darf Hilfe annehmen. Dafür bringen wir unterschiedliche Erfahrungen mit, unter anderem aus Medizin, Wissenschaft, Architektur, Psychologie, Kultur, Ökologie und Kommunikation. Und wir wissen zugleich, dass unsere eigenen Kompetenzen für ein Vorhaben dieser Größenordnung nicht ausreichen. Deshalb suchen wir Menschen, die ihr Wissen und ihre Erfahrung in die weitere Entwicklung einbringen.

Eine Idee mit Geschichte

Der Waldhof war von Anfang an ein Gesundheitsort. Vor mehr als hundert Jahren gründete Dr. Georg Liebe hier eine Heilstätte. Sein Ansatz verband medizinische Behandlung mit Natur, Bewegung, Ernährung, Bildung und gemeinschaftlichem Leben. Menschen sollten verstehen, was ihrer Gesundheit dient, und selbst daran mitwirken können. Diese Grundidee ist heute wieder aktuell.

Wir leben länger. Gleichzeitig verändern sich Gesundheitsversorgung, Pflege, Arbeitswelt und familiäre Strukturen. Gerade für die Generation, die jetzt in ihr letztes Lebensdrittel kommt, stellt sich deshalb die Frage, wie ein gutes und möglichst selbstbestimmtes Leben künftig aussehen kann. Das Projekt „Gelbes Haus“ greift diese Frage an dem Ort wieder auf, an dem sie schon einmal gestellt wurde, und erweitert sie: Was brauchen wir für ein gutes Leben, von seinem Anfang bis zu seinem Ende?

Gemeinsam ermöglichen

Die Vorstellung davon, was im Gelben Haus entstehen könnte, ist weit entwickelt. Jetzt geht es darum, daraus gemeinsam ein tragfähiges Projekt werden zu lassen. Dafür brauchen wir Menschen, die nicht nur die Idee teilen, sondern ihre Kompetenz, ihre Erfahrung, ihre Netzwerke oder ihre finanziellen Möglichkeiten einbringen.

Sinnrendite

Das Gelbe Haus soll sich wirtschaftlich tragen. Denn nur ein ökonomisch tragfähiger Ort kann dauerhaft das leisten, wofür wir ihn entwickeln wollen. Aber die Maximierung finanzieller Rendite ist nicht unser Ziel. Der eigentliche Ertrag liegt für uns woanders: in einem Ort, an dem Menschen selbstbestimmt leben und gut älter werden können. In einer Familie, die nach einer Geburt Zeit und Unterstützung findet. In neuen Formen von Care und humaner Medizin. In einem Menschen, der auch mit wachsendem Unterstützungsbedarf in seinem vertrauten Umfeld bleiben kann. In einem guten Ort für das Lebensende.

Er liegt in Wissen, das weitergegeben wird. In Forschung, die näher am wirklichen Leben stattfindet. In Unternehmen und Projekten, die gesellschaftlich etwas beitragen. Und in Erkenntnissen, die auch an anderen Orten etwas verändern können. Das nennen wir Sinnrendite. Und davon möchten wir möglichst viel erzeugen.

Ein Projekt im Zukunftsdorf

Das Gelbe Haus entsteht nicht für sich allein. Es ist Teil des Zukunftsdorfs Waldhof, das sich auf dem Gelände der ehemaligen Heilstätte entwickelt. Dort gibt es bereits Wohnen, regenerative Landwirtschaft, ökologische Infrastruktur, Kultur, medizinische Aktivitäten und gemeinschaftliche Projekte. Die ehemalige Klinik ist aufgrund ihrer Größe und Geschichte ein besonderer Teil dieses Ensembles. Mit ihrer Entwicklung kann sich auch der Waldhof weiter verändern:

Eine weitere Generation kommt hinzu, neue Angebote können entstehen und mehr Menschen, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und andere Partner können den Weg nach Greifenstein finden.

So kann aus dem ehemaligen Klinikgebäude ein neuer Mittelpunkt entstehen, der das Leben im Waldhof bereichert und zugleich weit über den Ort hinauswirkt.